„Kinn runter!“ – Stil hat man oder eben nicht

Mit den Barbiefotos hatte es ja nur für Marie geklappt, doch auch die anderen der acht Kandidatinnen sollten die Möglichkeit haben, glamouröse Fotos von sich zu bekommen. Darum war die Idee der Jury, die Acht zu Stilikonen zu machen. Jeweils zwei Mädchen traten an als Marilyn Monroe, Betty Page, Brigitte Bardot oder Sophia Loren. Alles sehr verschiedene Frauentypen, alle sehr sexy und auf ihre Weise unverwechselbar.

Das Shooting für die Marilyn-Bilder fand auf dem Dach eines Hochhauses statt. Mittels einer Windmaschine wurde der Rock des weißen Kleides in die Höhe geblasen und, man ahnt es schon, so das berühmteste Bild der Monroe nachgestellt. Die Szene auf dem U-Bahn-Schacht in New York aus dem Film „Das verflixte 7. Jahr“. Nun könnte man denken, dass das nicht so schwer sein kann. Wind kommt, Rock hoch, Hände in den Schritt und überrascht gucken. Doch Sarina hatte ganz große Koordinationsprobleme. Kristian Schuller, der Fotograf, der auch schon in vorangegangenen Staffeln Fotoshoots für GNTM gemacht hat, brüllte immer wieder „Kinn runter!“ Höhepunkt des Shootings mit Sarina war übrigens: „Dein Schritt ist nicht beim Knie, sonder hier oben!“ Ach Sarina…
Jessica wirkte als Marilyn aber auch nicht sehr entspannt. Im Gegenteil. Sie empfand den Mann an der Windmaschine, der unter ihr saß und bei jedem Windstoß freie Sicht auf ihre Wäsche hatte, als Zumutung. Heidis Kommentar: „Dann hat er ihr eben untern Rocke geguckt. Na und?“ Und schließlich musste er ja irgendwo sitzen. Schade, dass die Fotos darunter gelitten haben.

Marie und Sara durften Betty Page, ein berühmtes Pin-Up-Girl der 50er Jahre, darstellen. Marie konnte mit dem Konstrukt Betty Page nichts anfangen, dafür aber mit Dita von Teese, die ja einen ähnlichen Stil hat. Fand zumindest Marie. Heidi musste ihr dann noch kurz die „Angst vorm eigenen Busen“ nehmen und dann konnte es losgehen. Betty Page sah auch immer sehr künstlich aus, insofern hat Marie sie gut getroffen.
Sara hingegen hauchte der Kunstfigur Betty Page Leben und vor allem Sexappeal ein. Kristian Schuller und Heidi waren sich einig: „Besser als das Original.“

Eine der aufregendsten Frauen der Welt, Brigitte Bardot, sollten Mandy und Larissa geben. Ausgerechnet Larissa, für die Weiblichkeit ein Fremdwort ist und die sich in Jeans und Lederjacke immer wohler fühlen wird als im Abendkleid. Dementsprechend bereitete ihr das Posen auf der Couch auch arge Schwierigkeiten. Und auch, wenn sie sich selbst darüber ärgerte, musste sie wohl langsam erkennen, dass es nicht ausreicht, jede Woche Lippenbekenntnisse abzugeben, was man alles sein kann und dann die Beweise schuldig zu bleiben.
Mandy hingegen räkelte sich leicht und sexy auf der Couch, sie wirkte sicher und schien sich wohl zu fühlen. Sie zeigte alles, was Larissa vermissen ließ. Kristian fasste den Shoot passend zusammen: „Well done, Sweetheart!“

Zu guter Letzt posierten Maria und Ira als Sophia Loren, die auch heute noch, mit über 70 Jahren eine Sexbombe ist und eine Weiblichkeit und Sinnlichkeit ausstrahlt, wie es manche Frauen mit 20 Jahren nicht mal ansatzweise können. Diese Stilikone zu verkörpern ist eine große Ehre, jedoch auch eine große Aufgabe. Heidi stellte das Offensichtliche fest: Geschminkt und mit den passenden Kleidern sah Ira der jungen Loren zum Verwechseln ähnlich. Auch Maria gestand neidlos ein, dass Ira vom Typ her eher Sophia ist als sie selbst.
Doch Maria schlug sich auch nicht so schlecht. Während Ira etwas abwesend gewirkt hatte, war Maria wie immer unglaublich präsent und setzte auf die Wirkung ihrer Augen.

Jessica hatte vor ihrem Shoot gesagt, dass man Marilyn nicht imitieren könne. Kann man Stilikonen überhaupt imitieren? Die Entscheidung wird es zeigen.