Es ist offiziell: Ein schönes Gesicht reicht nicht für ein Topmodel

Bar Rafaeli, ein Name „wie Musik in meinen Ohren. Und Augen.“ Sagte Peyman. Er scheint ein echter Fan der Freundin von Leonardo di Caprio zu sein. Das iraelische Topmodel war aber nicht wegen Peyman gekommen, sondern um die Jury bei ihrer Entscheidung zu unterstützen und den Kandidatinnen vorher ein paar Tipps zu geben, wie sie sich auf dem Laufsteg besser präsentieren können. Sie hatte nicht bei vielen etwas auszusetzen, konnte aber der einen oder anderen noch einen Rat auf den Weg geben. Sarina hätte ihr besser zugehört und nicht ständig an Leo gedacht, den Bar ihrer Meinung nach hätte mitbringen sollen.

Für den Livewalk standen Outfits bereit, die man am besten mit „schön bunt“ beschreiben kann. Luftige Babydolls und Sommerkleidchen in knalligen Farben. Nur Ira hatte sich für ein knielanges Etuikleid in schwarz, weiß und grau entschieden.

Die Erste, die sich der Kritik stellen musste, war Maria. Sie bekam eine gute Ladung Lob ab. Sie könne gut zuhören und sei sehr professionell. Und jetzt könne sie gehen. Sie bräuchte sie Entscheidung nicht mehr abzuwarten. Maria war sichtlich geschockt, akzeptierte aber die Entscheidung und wollte sich gerade bei allen bedanken, als Heidi sie fragte: „Erinnerst du dich an Rankin? Und daran, was er gesagt hat?“ Nach dem Shooting mit dem Starfotografen hatte dieser nämlich geäußert, dass er Maria buchen würde. Und genau das hatte er nun getan. Die Eile der Jury, Maria los zu werden, hatte ihre Ursache darin, dass Maria ihren Flieger nach London bekommen musste.

Jessica musste zum ersten Mal seit Wochen nicht wirklich um ihr Weiterkommen bangen. Sie hatte ihren ersten Job ergattert, war bei der Challenge die Erste, die auftrat und folgerichtig die Erste, die mit einem Foto den Raum verließ.

Mandy konnte zwar ihren New Yorker Erfolg nicht wiederholen, bekam aber dennoch von Peyman ein „BINGO“ und von Heidi ein Foto.

Marie hörte nun bereits zum dritten Mal in Folge harte Kritik. Sie ist zu nett, zu brav, das Mädchen von nebenan. Trotzdem bekam sie ihr Foto und ihre DVD mit dem Spot.

Sara ist zwar auf dem Laufsteg eine der Besten, bei Kundenkontakt steht sie sich aber mit ihrem Perfektionismus häufig selbst im Weg. Daher traut sie sich oft nicht, aus sich heraus zu kommen und wirkt immer süß und nett und lieb. In den folgenden Wochen wird sie auch andere Facetten zeigen müssen, wenn sie eine Chance auf die Top 3 haben will.

Ira zeigte zwar beim Dreh nicht die „geschmeidigsten“ Bewegungen, wie Heidi sagte, dafür versuchte sie dort aber auch nicht, beim Rocken immer noch an ihr Gesicht zu denken. So wirkte sie viel natürlicher und unverkrampfter als viele andere, bemerkte Bar Rafaeli. Die Jury war sich einig: Ira hat noch viel Luft nach oben – und das will sie sehen!

Was soll man über Larissa sagen in dieser Woche? Nachdem sie in der vergangenen Woche erstaunlich ruhig war, trat sie diese Woche zurück ins Rampenlicht. Hatte ihr die Challenge noch zugesagt, tat es der Dreh offenbar nicht mehr und sie war wieder leidend. Wie schon beim Cheerleading und beim Poledancing. Trotzdem wirkt sie bei den Livewalks immer sehr selbstsicher, aber selbst Bar, die sie zum ersten Mal erlebte, fiel auf, dass Larissa übertrieben wirkt. Auch der Vorwurf, dass sie sehr maskulin wirkt, ist nicht neu und kam in dieser Entscheidung nicht zum ersten Mal. Sie bekam ihr Foto trotzdem. Und wie es Larissas Art ist, plapperte sie wieder brav nach, was die jury ihr ans Herz gelegt hatte und behauptete sogar, dass in ihr eine Diva stecken würde. Wir werden sehen.

Katrina hatte schon beim Dreh den Eindruck gemacht, als wäre sie lieber woanders und das bemerkte auch Bar Rafaeli. Nach dem Livewalk stand sie mit verschränkten Armen vor der Jury und sah verloren und traurig aus. Und dementsprechend fiel auch die Kritik aus: Sie sei energielos, negativ, unbeholfen, ohne Anmut und lächelt nie. Peyman brachte es auf den Punkt: „Wir haben immer weniger das Gefühl, dass du es schaffen kannst.“ Und der Zuschauer dürfte inzwischen immer mehr das Gefühl haben, dass Katrina es gar nicht schaffen will. Jedes Shooting ist zu hart, zu kalt, zu anstrengend. Irgendwas tut immer weh.

Sarina hätte wie gesagt Bar besser zuhören und zuschauen sollen, statt von Leonardo di Caprio zu träumen. Denn bei ihrem Livewalk zeigten sich wieder die gleichen alten Fehler wie schon am Anfang der Staffel. Es ist aber auch nicht so einfach, sich gleichzeitig auf den rechten und den linken Fuß zu konzentrieren und dann noch auf die Bewegung, die koordiniert werden muss. So lief sie wieder wie eine Bäuerin im feinen Stoff, die eben noch die Resi gemolken hat, über den Laufsteg. Zwar hänge sie sich immer bis 150 Prozent in die Aufgabe, aber sie höre nie genau zu. Klingt gemein? Frage Heidi: „Welches Produkt sollte mit dem Spot verkauft werden?“ Sarina: „Die Gitarre?“ Zur Erinnerung: es ging um die Unterwäsche.

Katrina und Sarina mussten gemeinsam zur Entscheidung antreten und es war von vornherein klar, dass mindestens eine von ihnen gehen würde müssen. Sie haben mehr gemeinsam, als ihnen lieb sein sollte: die fehlende positive Energie, die fehlende Zielstrebigkeit und die fehlenden Jobs, um nur einiges zu nennen. Doch die Jury war auch der Meinung, dass es Katrina darüber hinaus an Talent fehlt. Und das ist ein Ausschlusskriterium. Darum ist Katrinas Traum von der Karriere an dieser Stelle vorbei. Sie nahm es gefasst auf. Zwar kullerten ein paar Tränen, doch das war wohl mehr Erleichterung. Jedenfalls spielte sie erst einmal ein wenig abwesend mit ihren Haaren.

Und wieder geht die Woche mit einer verständlichen und einigen unverständlichen Entscheidungen zu Ende. Für Katrina ist es sicher die beste Entscheidung, nach Hause geschickt zu werden, sie wirkte nicht sehr glücklich, hing aber drin und kam nicht mehr aus der Sache raus. Aber auch Sarina scheint nicht mehr ganz so fröhlich und unbefangen wie am Anfang. Und Larissa? Wie gesagt, wir werden sehen.