Entscheidung: Tränen und Glück liegen oft dicht beieinander
Zum Abschluss einer sehr intensiven Woche in L. A. musste wieder eine Entscheidung fallen, das heißt, es mussten einige Mädchen damit rechnen, nach Hause fahren zu müssen. Nachdem Tessa in dieser Woche ziemlich harte Kritik einstecken musste, war sie tatsächlich zum ersten mal etwas kleinlaut. Doch vor der Entscheidung stand wie immer ein Livewalk vor der Jury und dem Fotografen von Fotoshooting in der Wüste, Mat McCabe.
Diesmal sollten die Mädchen in Zweiergruppen laufen. Alle entschieden sich für ihre jeweilige Partnerin aus dem Shooting. Auch diesmal gab es harsche Manöverkritik. Zuerst für Jessica und Ira, denn Jessicas Englisch ließ wirklich stark zu wünschen übrig. Doch es waren Fortschritte und ihre Bemühung erkennbar und auf dem Foto gefiel sie der Jury besser als Ira.
Olivia musste sich von Peyman sagen lassen, dass ihr stilvolles Auftreten, Eleganz und Grazie fehlen. Als Tessa und Larissa zusammen aufliefen, bekam Tessa noch einmal richtig Zunder. Peyman riet ihr, sich auf dem Weg nicht die Zähne auszubeißen, Heidi fand, sie habe nicht das Niveau eines Topmodels. Dann fragten sie Larissa, ob sie auch das Gefühl habe, dass Tessa manchmal übertreibe. Larissa wand sich, kam dann aber doch mit ihrer Meinung heraus: Sie finde das auch, aber Tessa könne daran noch arbeiten. Aber prinzipiell sollte ein Model seinem Auftraggeber nicht Angst machen, zu crazy zu sein. Daraufhin flogen hinter den Kulissen die Fetzen, denn Tessa fühlte sich verraten. Larissa meinte dazu nur, dass Tessa offenbar Probleme damit habe, die Wahrheit so ungeschminkt zu hören, wie sie austeile.
Doch trotzdem kommt Tessa mit in die nächste Runde. Nicht mehr dabei sind hingegen Olivia, Johanna und Daphne. Olivia zeigte ebenso wie Daphne keine Weiterentwicklung und ließ auch keine Ansätze erkennen, dass sich das bald ändern könnte. Johanna fehlte laut Jury das gewisse Etwas.
Zickereien in der Wüste von Nevada
Nach Laufstegtraining, Sightseeing, Kakerlaken-Fotoshooting und Go-See gab es ein Fotoshooting in Zweiergruppen in der Wüste von Nevada. Die Jury hatte sich für die Bilder eine Story ausgedacht, die von den Kandidatinnen umgesetzt werden musste und von Fotograf Mat McCabe festgehalten wurde.
Die Story: Zwei Mädchen sind mit dem Auto auf dem Weg nach Las Vegas und bleiben in der Wüste liegen. Das Auto brennt, die Mädchen streiten. Es ging um Emotionen, um Kreativität und um Spontanität. Und genau dort haperte es bei einigen. Heidi fand viele der Mädchen einfach langweilig und uninteressant, sie kamen nciht aus sich heraus.
Dana und Tamara beispielsweise stellten sich nach Danas Einschätzung “beide ziemlich blöd an”. Trotzdem gab es eine zweite Chance für Tamara. Einen weiteren Durchlauf, diesmal mit Sara. Daphne und Sarina kamen überhaupt nicht vorwärts. Daraufhin forderte Heidi die Beiden auf, sie anzuschreien. Während Sarina nur auf die Gelegenheit gewartet zu haben schien, fiel es Daphne sichtbar schwer. Tessa und Larissa hingegen machten den EIndruck, als hätten sie sich gesucht und gefunden. Doch die neuen Freundinnen sollten schon bald auf eine Probe gestellt werden.
Die erste Challenge: Fotoshoot mit Krabbelviechern
Jedes Model bei Germany’s next Topmodel muss die Challenges über sich ergehen lassen, denn auch im wahren Leben der Modelle gibt es immer wieder Herausforderungen. Und der Sinn von Herausforderungen ist nun einmal nicht, dass alle vor Vergnügen quietschen. Bei der diesmaligen Challenge quietschten doch einige – aber nicht vor Begeisterung, sondern vor Ekel. Denn Designer Jared Gold hatte sich etwas gan Exquisites einfallen lassen: Er benutzte natürlichen Schmuck an seinen Models.
Dieser natürliche Schmuck war nicht nur biologisch abbaubar, er ist auch an fast jedem Ort der Welt verfügbar, wenn auch nicht immer so schön. Gold setzte den Models bunte Kakerlaken auf die Klamotten und auf die nackte Haut. Jessica war begeistert, Tessa knutschte die Viecher sogar ab und Mandy wuchs über sich hinaus.
Am Ende bestimmte das Team um Jared Gold drei Gewinnerinnen: Larissa, Mandy und Tessa.
Das erste echte Casting
Weil Arbeit nur das halbe Leben ist, gönnte die Jury von GNTM den Kandidatinnen eine Sightseeing-Tour durch L. A.. Während Larissa die Berge fehlten, fand Marie es einfach nur toll. Doch die Verschnaufpause war kurz. Denn für acht der 17 Mädchen stand das erste echte Casting an, für Single. Der Job beinhaltete ein Fotoshooting für ein Poster in einer Boutique des Labels in Hollywood und ein Bild im Lookbook der Marke. Von den Mädchen, die beim Laufstegtraining gut abgeschnitten hatten, durften acht zum Casting bei Single antreten: Stefanie, Daphne, Dana, Johanna, Katharina, Maria, Marie und Larissa.
Galina, die Chefin des Labels, traf persönlich die Auswahl. Die Mädchen durften sich ein Outfit aussuchen, in dem sie dann ein echte Go-See absolvieren mussten. Der Druck stieg merklich an. Das bemerkte auch Daphne. Marie hatte ein Kleid gewählt, dass sie an die Outfits von Eva Longoria erinnerte und versucht, sich in die Rolle der Gabby aus den Desperate Housewives hineinzufühlen. Offenbar mit Erfolg, denn sie wird das Fotoshooting für Single machen und hat damit ihren ersten Modeljob ergattert.
Es wird ernst: Laufstegtraining in L. A.
Nachdem das Go-See-Training eher so lala verlaufen war, beschloss Heidi, ein Laufstegtraining im knappen Trikot einzulegen. Manchen Mädchen fehlte noch immer der richtige Kick im Gang, der Sexappeal und die Professionalität.
Als erstes musste Larissa, die Gewinnerin von Austria’s next Topmodel und 17. Kandidatin von GNTM, zeigen, was sie in ihrer Show schon gelernt hat. Obwohl sie hinterher der Kamera erzählte, dass sie sich in solch knappen Klamotten immer unwohl fühle, lief sie doch sehr souverän. Heidi ließ sich den Spaß nicht nehmen, alle Mädchen zu imitieren, wenn sie Fehler machten. Ihre Intention war es schließlich, dass sie sich so verbessern würden.
Denn Aline war wie immer viel zu steif, da wo sie hätte geschmeidig sein sollen und zu schlaksig, wo sie besser steif wäre. Sie schob es auf den sehr rutschigen Catwalk. Auch viele andere Kandidatinnen hatten Probleme mit den hohen Schuhen. Jessica bekam sogar einen Krampf beim Laufen. Sie übt seit drei Jahren das Laufen auf Highheels, bis dahin hatte sie nur Turnschuhe getragen.
Tessa kam wie immer sehr energetisch auf den Laufsteg und machte ihren Walk. Heidi bezeugte ihr diesmal einen hysterischen Stil. Daphne fühlte sich im naschließenden Interview sogar durch die Show Tessas eingeschüchtert.
Go-See-Casting: No-Gos und Must-Haves
Wenn in Mailand Modewochen sind, in New York oder Berlin die Fashionweek läuft, dann drängen sich Hunderte weibliche und männliche Models bei den großen und kleineren Modelabels, Designern und Starausstattern. Diese Casting, für die es keine persönliche Einladung, sondern nur einen Termin für alle gibt, nennt man Go-See-Castings. Das Model kommt, wird gesehen und geht. Wenn es Glück hat, darf es mal eine Klamotte anprobieren oder es wird gar ein Polaroid geschossen. Die meisten aber gehen unverrichteter Dinge zum nächsten Go-See.
In dieser Situation muss man in kürzester Zeit Eindruck machen, und zwar möglichst positiv. Dabei gibt es einige Dinge, die gar nicht gehen:
- Modelbook vergessen
- ungepflegtes Äußeres
- Mit Gel oder Spray verklebte Haare
- aufdringlicher Schmuck
- riesige Ohrringe
- Albernheiten
- Kein Englisch können
- zuviel Make-up
Alle diese Fehler kamen beim Go-See-Training von Heidi Klum für die Kandidatinnen von Germany’s Next Topmodel 2009 vor. Bei einem echten Go-See hätten diese Mädchen keine Chance mehr gehabt.
Man muss nicht die Allerschönste sein und selbst kleine Fehler sind erlaubt und bei vielen Labels sogar erwünscht, weil sie einen Menschen einzigartig machen. Daher sollte man, um einen guten Eindruck zu hinterlassen:
- sein Englisch aufpolieren
- immer sein Modelbook im Anschlag haben
- mit einem leichten Tages-Make-up erscheinen
- das Haar offen tragen oder leicht öffnen können
- neben dem schönen Kopf den Rest des Körpers nicht vergessen
- auf Schmuck am besten komplett verzichten
- nicht im Schlabberlook auflaufen
- sich wie ein erwachsener Mensch benehmen
Auch diese Tipps wurden von einigen Mädchen beherzigt. Besonders Marie fiel wieder positiv aus dem Rahmen, während Tessa zum ersten Mal echte Kritik einstecken musste. Sie bekam von Rolf gesagt, dass sie überhaupt nicht natürlich sei, Heidi legte nach und nannte sie überkandidelt. Tessa war entsetzt und fing direkt an, sich zu rechtfertigen und genervt die Augen zu verdrehen. Besser als Peyman konnte man es nicht zusammenfassen: “Sie ist offenbar nicht bereit, Kritik anzunehmen, für sich zu verwerten und sich weiter zu entwickeln.”
Hollywood und Überraschungen
Das erste Abenteuer stand an für unsere 15 Kandidatinnen. Nein, 16, denn Sarina hatte ein Extraticket gewonnen. Was die Mädchen noch nicht wussten: am Ende des Tages würden sie noch eine Dame mehr im Haus haben. Es ging nach Los Angeles, die Wahlheimat von Heidi Klum.
Zum ersten Mal in der Geschichte von GNTM kamen die jungen Damen nicht sofort in ein großes Haus oder schickes Hotel, sondern versammelten sich erst einmal zusammen mit der Jury. Und die hatte einige Überraschungen im Gepäck. Zuerst einmal kam Lena, die Gewinnerin der letzten Staffel. Mit ihr zusammen kam Larissa, die Gewinnerin von Austria’s Next Topmodel. Sie war die eigentliche Überraschung, denn Heidi verkündete: Larissa ist die 17. Kandidatin! Was die angehenden Topmodels nicht wussten: Larissa hat sich in Österreich an die Spitze gezickt.
Die Begeisterung der Mädchen hielt sich dann auch in überschaubaren Grenzen. Ira fand es unfair und sprach damit vielen aus der Seele. Schließlich hätte Larissa ja schon mehr Erfahrung. Das konnte sie auch gleich umsetzen beim sogenannten Go-See-Casting, dem Casting, das Models bei großen Schauen und Firmen absolvieren müssen, um einen Job zu bekommen: Hingehen (Go) und ansehen lassen (See).